Newsletter März 2011
Newsletter der Wiener Plattform Gesundheit und Wohnungslosigkeit
Ausgabe Nr. 1 - März 2011
Herzlich willkommen zur ersten Ausgabe unseres Newsletters! Das Team der Wiener Plattform Gesundheit und Wohnungslosigkeit wünscht eine informative Lektüre!
Inhalt
- Voller Motivation ins zweite Jahr!
- Erste Fachtagung "Über den Tellerrand schauen"!
- Das ist auch Ihr Newsletter!
Neuigkeiten

Die Plattform geht ins 2. Jahr!
Rückschau über 1 Jahr Wiener Plattform Gesundheit und Wohnungslosigkeit
Der Bereich der Wohnungslosenhilfe ist in den letzten Jahren immer vielschichtiger geworden. Von Wohnungslosigkeit betroffene Frauen und Männer weisen neben Fragen der Existenzsicherung und des Wohnens auch vermehrt psychische/psychiatrische, Sucht- und gesundheitliche Problemlagen auf.
Eine bereichsübergreifende Vernetzung der Bereiche Gesundheit und Wohnungslosenhilfe bringt einen großen Gewinn auf mehreren Ebenen, sowohl für die strategische Planung und Ausrichtung der beiden Hilfssysteme als auch für einzelne Institutionen und für die von Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen.
Ziel und Inhalt der vor einem Jahr gegründeten Wiener Plattform Gesundheit und Wohnungslosigkeit ist die berufs- und fächerübergreifende Vernetzung mit Fokus auf Partizipation und Gendersensibilität.
In bisher drei Plattformtreffen, an denen insgesamt 200 Personen teilnahmen, wurden wesentliche Themen identifiziert, diskutiert und vertieft. Es wurde über bereichsübergreifende Kommunikation und Zusammenarbeit diskutiert, es gab Inputs zu Netzwerkarbeit und schon bestehende Initiativen und Arbeitsgruppen an der Nahtstelle Gesundheit und Wohnungslosenhilfe wurden sichtbar gemacht.
Ausgehend von der Kick-Off Veranstaltung bis hin zur Fachtagung und darüber hinaus diente die partizipativ entwickelte Plattform website als internes wie externes Kommunikationsinstrument. Ein Newsletter-Modul sorgt für die ökonomische Bündelung der Informationskanäle.
Die Fachtagung “Über den Tellerand schauen” – Impulse zu Gesundheit und Wohnungslosigkeit am 3. Februar 2011 im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz stellte den Abschluss dieses 1. Projektjahres dar.
Das 2. Jahr…..
Die Wiener Plattform Gesundheit und Wohnungslosigkeit wird auch 2011 weiter netzwerken. Da eine nachhaltige Übergabe der Plattform bisher noch nicht stattfinden konnte, werden FEM und MEN einen weiteren Wachstumsschritt des Plattformprozesses begleiten. Die bisherigen Ergebnisse der Plattform wie eine umfassende Datenbank von derzeit 250 aktiven TeilnehmerInnen, die Vernetzungswebsite sowie der Newsletter werden weiter betreut, es sind 2011 drei Plattformtreffen geplant sowie die Fortsetzung themenspezifischer Arbeitsgruppen.
Da Netzwerke das Bedürfnis schaffen zu Kooperation und sich während des Gründungsjahres viele Ideen für Projekte und Initiativen ergeben haben, wird das Organisationsteam daran arbeiten, konkrete Räume für Projektzusammenarbeiten zu schaffen und diese bereichs- und disziplinenübergreifenden Aktivitäten begleiten.

Erste Fachtagung "Über den Tellerrand schauen"
Am 3.2.2011 veranstaltete die Wiener Plattform Wohnungslosigkeit und Gesundheit im Bundesministerium für Soziales, Arbeit und Konsumentenschutz die Fachtagung „Über den Tellerrand schauen“ – Impulse zu Gesundheit und Wohnungslosigkeit. Mit 163 TeilnehmerInnen aus zahlreichen Einrichtungen, Verbänden und Interessensgruppen aus den Bereichen Gesundheit und Wohnungslosenhilfe war die Veranstaltung bis auf den letzten Platz gefüllt und stieß somit auf großes Interesse.
Nach der Eröffnung und Begrüßung durch das BMASK in Person der Sektionschefin Mag.a Edeltraud Glettler, erfolgte eine Eröffnungsrunde, bei der UnterstützerInnen der Plattform sowie der Fachtagung - Dr. Timo Fischer, Wiener Gebietskrankenkasse, DSA Sepp Ginner, Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, Mag.ª Stephanie Kiessling, MA 57/Frauenabteilung der Stadt Wien, Mag.ª Christa Peinhaupt, Fonds Gesundes Österreich, a.o. Univ.Prof.in Dr. in Beate Wimmer-Puchinger, MA 15/Wiener Programm für Frauengesundheit - ihre Motivation darlegten, dieses Netzwerk zu besuchen und zu fördern.
Anschließend folgten die Fachvorträge des Vormittags:
Dr. Volker Busch-Geertsema von der Gesellschaft für innovative Sozialforschung und -planung e.V berichtete unter dem Titel „Housing First - ein vielversprechender Ansatz zur Überwindung von Wohnungslosigkeit und seine Konsequenzen für Sozial- und Gesundheitsdienste“ internationale Daten und Erfahrungen zu diesem Ansatz. Abstract und die Präsentationsfolien zum Vortrag finden Sie hier.
Dr.in Eva Dorgeloh vom Hotel + in Köln berichtete anschließend unter dem Titel „Ein Hotel ist (k)ein zuhause – Wohnungslose psychisch kranke Menschen im Hotel + in Köln“ über diese Einrichtung, die sich besonders schwer erreichbaren Zielgruppen in der Wohnungslosenhilfe widmet. Abstract und die Präsentationsfolien zum Vortrag finden Sie hier.
Dr. Gerhard Trabert von der Hochschule Rhein Main Wiesbaden und Vorsitzender von Armut und Gesundheit e.V. stellte in seinem Referat „’Mainzer Modell’ der medizinischen Versorgung wohnungsloser Menschen“ seinen Ansatz vor und verband dies mit einem Blick auf größere gesellschaftliche Zusammenhänge und Entwicklungen. Abstract und die Präsentationsfolien zum Vortrag finden Sie hier.
Dr.in Irene Holzer von der Caritas Marienambulanz Graz, lieferte unter dem Titel „Die ‘Rollende Ambulanz’ des Ambulatorium Caritas Marienambulanz: Erfahrungsbericht zur Medical Streetwork in Graz“ einen lebendigen Einblick in die aufsuchende Gesundheitsarbeit dieser Einrichtung. Abstract und die Präsentationsfolien zum Vortrag finden Sie hier.
Nach der Mittagspause stellten Mag.a Daniela Kern und Mag. Romeo Bissuti vom Institut für Frauen- und Männergesundheit die Wiener Plattform Gesundheit und Wohnungslosigkeit vor und berichteten dabei auch von Ideen für die Zukunft der Plattform. Die Präsentationsfolien zum Vortrag finden Sie hier.
Das 11% K. Theater setzte die Veranstaltung mit einem interaktiven Forumtheater fort. Mit der Aufführung des Stückes „Der schlimme Finger“ wurde der Blickwinkel der TagungsteilnehmerInnen auf sehr authentische Weise auf die Betroffenheiten und Leidenswege von wohnungslosen Menschen an den Schwellen Wohnungslosenhilfe und Gesundheitssystem gelenkt. Eine kurze Darstellung und Bilder zum Theaterstück finden Sie hier.
Am Nachmittag gab es zwei Workshops, von denen der erste unter dem Chair von DSA Kurt Gutlederer, dem Leiter der Wiener Wohnungslosenhilfe im Fonds Soziales Wien (besser ausschreiben bitte) stand. Unter dem Titel „Housing First als Zukunftsmodell für Wien?“ gab es gemeinsam mit Dr. Volker Busch-Geertsema einen spannenden Austausch und Überlegungen, in welche Richtungen diesbezüglich zukünftige Entwicklungen gehen könnten und sollten.
Der zweite Workshop stand unter dem Chair von Mag.a Livia Mutsch und Dr. Walter Löffler vom Verein neunerHAUS. Der Titel des WS lautete „Best Practice Modelle, Hürden und Erfolge in der Gesundheitsförderung im Bereich Wohnungslosigkeit“ und bot den TeilnehmerInnen die Gelegenheit mit den Vortragenden Dr.in Eva Dorgeloh, Dr. Gerhard Trabert, Dr.in Irene Holzer, sowie auch Ulla Schmalz vom Hotel + in Köln vertiefende Themen zu den Einrichtungen und Ansätzen vom Vormittag zu erörtern. Die Präsentationsfolien zu den Workshops finden Sie hier.
Ein Round Table mit den Chairs schloss die Veranstaltung. Das Feedback zeigte eine sehr große Zufriedenheit der TeilnehmerInnen mit der Fachtagung und unterstrich einmal mehr die Bedeutung der Vernetzung diese Fachbereiche.
Die Plattform bedankt sich sehr herzlich für die Kooperation und Unterstützung der Tagung bei der BAWO, dem Programm für Frauengesundheit der Stadt Wien, dem BMASK, dem BMGFJ, dem FGÖ, der MA 57 sowie der WGKK und vor allem bei den vielen TeilnehmerInnen, die mit ihrer angeregten Teilnahme die Tagung so erfolgreich gemacht haben!

Das ist auch Ihr Newsletter! Gestalten Sie ihn mit!
Liebe Leserin, lieber Leser, dieser Newsletter lebt – wie alle Aktivitäten der Plattform – von Ihrer Beteiligung! Wir freuen uns auf Ihre Veranstaltungen, Fachtexte, Kommentare und sonstige Informationen. Beteiligen Sie sich gleich jetzt.
Veranstaltungen
- Verein Wiener Frauenhäuser: Flashmob Wien
100 Jahre Frauentag –
5 Minuten ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen
Wann: 08.März 2011, um 17:00 Uhr (pünktlich!)
Wo: im Haupthof des MuQua, Museumsplatz 1/5, 1010 Wien
- VOICES AGAINST VIOLENCE - das Clubbing für Frauenhäuser
Ausdrucksstarke Musikerinnen und angesagte DJanes machen dabei Stimmung für Frauenhäuser in Österreich. Der Reinerlös kommt autonomen Frauenhäusern in Österreich zugute!
Wann: 16.3.2011, um 20:00 Uhr
Wo: U4 Diskothek, Schönbrunnerstraße 222-228
Mehr dazu hier http://www.facebook.com/event.php?eid=172837069427252
- Demo für Frauenrechte
Wann: 19. März 2011, ab 13.00 Uhr statt
Treffpunkt der GPA-djp Frauen: 13.00 Uhr am Schwarzenbergplatz beim ÖGJ Bus
Mehr dazu hier www.20000frauen.at
- „25 Jahre Ottawa Charter – Bilanz und Ausblick“
Symposium des Ludwig Boltzmann Institute Health Promotion Research
Wann: 7.4.2011: 10.30-19.00 Uhr, 8.4.2011: 9.00-16.00 Uhr
Wo: Schloss Neuwaldegg
Mehr dazu hier
….weitere Veranstaltungshinweise finden Sie hier
Literaturtipps / Linktipps
Seelische Gesundheit in Wien: Informationen zu psychiatrischen, psychosozialen und rechtlichen Angeboten
(Abteilung für Gesundheits- und Sozialplanung/MA24):
http://www.wien.gv.at/gesundheit/einrichtungen/planung/pdf/seelische-gesundheit-info.pdf
Serviceteil. Psychiatrische und psychosoziale Einrichtungen
(Abteilung für Gesundheits- und Sozialplanung/MA24):
http://www.wien.gv.at/gesundheit/einrichtungen/planung/pdf/seelische-gesundheit-service.pdf
Für die Tonne
Wie wir unsere Lebensmittel verschwenden
Tristram Stuart
Für jede Karotte, die wir essen, verschwindet eine andere in der Tonne. Für jeden Salat, den wir kaufen, liegen zwei weitere auf der Müllkippe. In den westlichen Ländern werden fast die Hälfte der Nahrungsmittel verschwendet. Genug, um alle hungernden Menschen auf der Welt dreimal satt zu machen. Tristram Stuart deckt in seinem preisgekrönten Buch die sozialen und ökologischen Folgen unserer Lebensweise auf und offenbart einen globalen Lebensmittelskandal. Er appelliert deshalb an jeden einzelnen von uns, dazu beizutragen, dass Müllberge wirklich dem Müll vorbehalten sind.
ES REICHT. FÜR ALLE. WEGE AUS DER ARMUT.
Martin Schenk und Michaela Moser
2010 wurde von der Europäischen Union zum Jahr der Armutsbekämpfung ausgerufen.
Die beiden SozialexpertInnen Michaela Moser (Schuldenberatung) und Martin Schenk (Diakonie) setzen sich seit Jahren mit der Bekämpfung und Vermeidung von Armut auseinander. In ihrem neuen Buch ES REICHT! FÜR ALLE! Wege aus der Armut nehmen sie uns mit - zu Elisabeth, George, Michi, Selina - und lassen sie alle erzählen, wie sie in die Armut geschlittert sind, wie sie jetzt leben und was sie von der Zukunft erträumen.
Noch mehr soziale Ungleichheit heißt noch mehr Krankheiten und noch geringe Lebenserwartung für Ärmere, mehr Teenager-Schwangerschaften, mehr Status-Stress, mehr Gewalt und mehr soziale Ghettos. Eine sozial polarisierte Gesellschaft bringt Nachteile nicht nur für die Ärmsten sondern auch für die Mitte.
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