Newsletter der Wiener Plattform Gesundheit und Wohnungslosigkeit

Ausgabe Nr. 2 - Juli 2011

Herzlich willkommen zur zweiten Ausgabe unseres Newsletters! Das Team der Wiener Plattform Gesundheit und Wohnungslosigkeit wünscht eine informative Lektüre!

Inhalt

  • Rückschau 4. Plattformtreffen

  • Frauen- und männerspezifische Soziale Arbeit bei "wieder Wohnen"
  • Vorschau auf das nächste Plattformtreffen am 09.11.2011

Neuigkeiten

Rückschau 4. Treffen der Wiener Plattform Gesundheit und Wohnungslosigkeit am 01.6.2011

Am 1. Juni 2011 fand das 4. Treffen der Wiener Plattform Gesundheit und Wohnungslosigkeit  statt. Die Räumlichkeiten samt Verpflegung stellte diesmal die Caritas Wien zur Verfügung, vertreten durch Mag.a Bettina Schörgenhofer, Bereichsleiterin Hilfe in Not, die die Begrüßungsworte übernahm.

Als Thema des Treffens wurde ein derzeit heiß diskutiertes Thema in der gesundheitlichen Versorgung wohnungsloser Menschen aufgegriffen: Konzepte und Kooperationen zum Thema Alkoholsucht standen im Mittelpunkt. Um einen partizipativen Blickwinkel einzubringen, wurde dazu von FEM und MEN ein Kurzfilm produziert, welcher die Sicht und die Erfahrungen von Personen einholte, die vom Thema Alkoholsucht und Wohnungslosigkeit betroffen sind bzw. waren.

Anschließend wurden vier systematisierte Kooperationsmodelle im Umgang mit alkoholabhängigen wohnungslosen Menschen recherchiert, welche beim Treffen präsentiert und jeweils von einer/m Fachkollegen/in kommentiert wurden.  Im Folgenden sind die Kooperationen angeführt:

•Sozialmedizinisches Zentrum Baumgartner Höhe, Pav. 26/Vinzenzhaus der Caritas/Volkshilfe Wien: Kurzzusammenfassung
Die Präsentation finden Sie hier.

•AKH Wien, Station 4a/Verein Struktur/VinziRast-CortiHaus: Kurzzusammenfassung
Die Präsentation finden Sie hier.

•Sozialmedizinisches Zentrum Baumgartner Höhe, Pav. 26/Caritas Betreuungszentrum Gruft: Kurzzusammenfassung

•Anton Proksch Institut/ Vinzenzhaus der Caritas: Kurzzusammenfassung

Die 130 TeilnehmerInnen kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen und Betroffenheitsgraden der Wohnungslosenhilfe und des Gesundheitssystems und sorgten dafür, dass das Thema aus vielen Blickwinkeln her beleuchtet werden konnte.

Da die Wiener Plattform Gesundheit und Wohnungslosigkeit auch bei diesem Treffen wieder Raum zur Verfügung stellen wollte für Vernetzung, Austausch und das Lernen von anderen, wurden zum Abschluss der dreistündigen Veranstaltung die wichtigsten Ergebnisse aus Sicht der Teilnehmenden zusammengefasst.

Programm
TeilnehmerInnenliste
Fotogalerie zum 4. Plattformtreffen
Artikel: Suchthilfe – Wo stehen wir und wo müssen wir hin?, Otto M. Lesch und Christian Wetschka

 

Leitfäden zur frauen- und männerspezifischen sozialen Arbeit bei "wieder wohnen"  

Im Mai 2011 wurde den MitarbeiterInnen der "wieder wohnen" GmbH die Leitfäden der frauenspezifischen und männerspezifischen sozialen Arbeit vorgestellt.

Diese Leitfäden sind eine Weiterentwicklung des mit der Schweizer Genderexpertin Zita Küng entwickelten "wieder wohnen"-Gendermanifestes, welches nach einem intensiven Entwicklungsprozess innerhalb des Unternehmens im März 2008 implementiert wurde.

Die “wieder wohnen“ GmbH entwickelt ihr Beratungs- und Betreuungsangebot am Bedarf ihrer Zielgruppen. Das Erreichen von sozialem und gesundheitlichem Wohlergehen hängt maßgeblich mit der Berücksichtigung des Gender-Faktors zusammen. Dementsprechend versucht "wieder wohnen" in ihren Angeboten und Maßnahmen die Auswirkungen von Gender-Ungleichheiten zu berücksichtigen.

Die Leitfäden zur frauen- und männerspezifischen sozialen Arbeit bei "wieder wohnen" zeigen Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Geschlechter im Obdachlosen-/Wohnungslosenbereich auf und bieten Möglichkeiten bzw. Handlungsanweisungen für gendergerechte soziale Arbeit an. Sowohl FEM als auch MEN wurden dabei in die Erarbeitung der Leitfäden miteinbezogen und konnten so ein Stück weit zum Gelingen beitragen.

Die Leitfäden sind einsichtbar unter http://www.wiederwohnen.at/

 

Vorschau auf das nächste Plattformtreffen am 09. 11.2011

Wir freuen uns bereits das nächste Treffen der Plattform ankündigen zu können: Das 5. Treffen der Wiener Plattform Gesundheit und Wohnungslosigkeit findet am 9. November am FH Campus Wien statt. Inhaltlich wird dieses Treffen von der Arbeitsgruppe „Psychisch krank und wohnungslos“ gestaltet werden, wobei es voraussichtlich ab Herbst auch eine Forschungskooperation der Plattform mit dem FH Campus Wien geben wird.

Wir freuen uns auf das nächste Treffen und hoffen Sie wieder zahlreich begrüßen zu dürfen.

 

Nachlese

4. Enquete des Wiener BAWO Frauenarbeitskreises am 3.3.2011
„...spinnt die Marie?“

Ein Publikum mit 120 Gästen diskutierte gemeinsam mit Kurt Gutlederer, Leiter der Wiener Wohnungslosenhilfe im FSW; Elvira Loibl, Leiterin FrauenWohnZentrum der Caritas und Mitarbeiterin des BAWO Frauenarbeitskreises; Univ. Prof.in Dr.in Karin Gutiérrez-Lobos und Prim.a Dr.in Eleonore Miller-Reiter. Die Moderation in den Räumen das ASBÖ Wien leitete Dr.in Brigitta Zierer.

 Die Dokumentation der Veranstaltung finden Sie auf der BAWO-Homepage unter: http://www.bawo.at/de/content/wohnungslosigkeit/frauen/veranstaltungen/spinnt-die-marie.html

 

Die diesjährige Bawo Fachtagung war ein großer Erfolg

Der österreichweite Dachverband der Wohnungslosenhilfe BAWO veranstaltete seine jährliche Fachtagung im Mai in Innsbruck. Unter dem Titel „Wer Wohnungslosigkeit bekämpfen will, muss aufhören sie zu produzieren“ trafen sich 200 TeilnehmerInnen für drei Tage und diskutierten  zu unterschiedlichen Themen. Vorträge und Podiumsdiskussionen beleuchteten die Aufgabe und Funktion von Sozialer Arbeit im gesamtgesellschaftlichen Kontext und eröffneten neue Blickweisen. Auf der anderen Seite gab es praxisnahe Vorträge und Workshops unter anderem über erste Erfahrungen in der Umsetzung der bedarfsorientierten Mindestsicherung, niederschwellige Arbeit in der Wohnungslosenhilfe, Aspekte und Strategien europäischer Sozialpolitik oder zur Diskriminierung beim Zugang am Wohnungsmarkt. Zur Thematik Psychisch krank und Wohnungslos berichteten zwei Psychiater aus Innsbruck von ihrer Arbeit mit jugendlichen wohnungslosen Menschen und stellten eine Studie vor, in der sie Zusammenhänge zwischen Wohnungsverlust und psychischer Erkrankung beforschten. Ihre Unterlagen sowie alle weiteren Präsentationen können Sie hier nachlesen.

http://www.bawo.at/de/content/wohnungslosigkeit/bildungsangebote/fachtagung/fachtagung-2011.html

Ausblick 2012

Die Fachtagung 2012 wird vom 14.-16. Mai in St. Pölten stattfinden. Sie steht unter dem (Arbeits)Titel „Netzwerkarbeit in der WLH. Von Schnittstellen zu Nahtstellen.“ Mit diesem Thema greift der Bawo Vorstand die aktuelle und notwendige Diskussion nach Kooperationen und interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen der Wohnungslosenhilfe und anderen Bereichen auf. Für die Plattform Gesundheit und Wohnungslosigkeit bietet dieses Thema die Möglichkeit sich österreichweit vorzustellen und über Erfahrungen, Erfolge und Ergebnisse aus unserer Vernetzungsarbeit zu berichten. Wir werden Sie über die Planungen am Laufenden halten und mit dem Vorstand der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe in Verbindung bleiben, um Beiträge der Plattform auf der Fachtagung 2012 präsentieren zu können.

 

Literaturtipps

Die dritte Haut. Geschichten von Wohnungslosigkeit in Deutschland

Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag
Berlin, 2006

Der Titel des Buches geht auf den Maler Hundertwasser zurück, der dem Menschen drei Häute nachsagte: neben seiner natürlichen Haut und seiner Kleidung sei eine davon die eigene Wohnung. Genau diese dritte Haut hat den im Buch vorgestellten 20 Menschen gefehlt, sei es nur für kurze Zeit oder auch lange Jahre.

"Wer die Wahrheit spricht...,muss immer ein gesatteltes Pferd bereithalten"
Ein Menschenrechte-Lesebuch

Tobias Kiwitt/Ulrich Klan (Hrsg.)
Edition Roesner, 2. Auflage 2011

Die Unteilbarkeit der Menschenrechte spiegelt sich in diesem Lesebuch auf eine ganz besondere Weise wider: 26 AutorInnen widmen sich je einem Menschenrechtsartikel. Keiner der Beiträge beinhaltet wirklich nur ein Menschenrecht, sondern wirklich eine bunte Mischung von Menschenrechten, die es zu entdecken gilt. Eine solche ganz besondere literarische Hommage an die Menschenrechte macht dieses Lesebuch damit zu einem einzigartigen Leseerlebnis.

Schöne neue Arbeitswelt?
20 Interviews aus dem Prekariat

Gabriele Stockmann (Hg.)
Edition Neue Wege 2011

Seit zwei Jahrzehnten sind am heimischen Arbeitsmarkt "prekäre Verhältnisse" im Vormarsch. Wer nicht mehr von seiner Vollzeitarbeit leben kann oder zum Überleben einen Zweit- und Dritt-Job braucht, gerät in Gefahr, einer neuen Form der "Arbeiterklasse" anzugehören: dem Prekariat. 20 Betroffene erzählen, wie sie ihr Leben unter prekären Bedingungen meistern. Sie erzählen von ihren Motiven, ihren Hoffnungen, ihren Stärken und ihren Ängsten. Und vom Leben am Rand der Armut.

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